Aktuell

Medienmitteilung: „Beihilfe zum Suizid beim Arztbesuch – sicher nicht!“

Fanas, den 13. September 2018 – Wenn es nach den neuen Richtlinien «Umgang mit Sterben und Tod» der Schweizerischen Akademie der Medizinischen Wissenschaften (SAMW) geht, wird die ärztliche Ethik in ihr Gegenteil verkehrt. Die SAMW will ab dem 25. Oktober die Beihilfe zum Suizid als mögliche Tätigkeit des Arztes standesrechtlich legitimieren. Jeder, der als urteilsfähig eingestuft wird, soll Suizidhilfe verlangen können. Eine Beteiligung an Selbsttötungshandlungen widerspricht aber diametral der ärztlichen Ethik und dem ärztlichen Berufsauftrag.

MI_ Beihilfe zum Suizid beim Arztbesuch – sicher nicht_ 100918.doc


Keine Aufnahme der neuen SAMW-Richtlinien ins Standesrecht

Die SAMW hat am 6. Juni 2018 die äusserst umstrittenen Richtlinien «Umgang mit Sterben und Tod» veröffentlicht. Der Zentralvorstand der FMH und der Vorstand der Ärztegesellschaft des Kantons Zürich (AGZ) wollten die Veröffentlichung verhindern und wurden von der SAMW übergangen. Da neu Ärzte Beihilfe zum Suizid bei nicht tödlichen Krankheiten leisten können sollen, werden «die Grenzen ärztlichen Handelns überschritten», stellen Präsident und Generalsekretär der AGZ fest.

Am 25. Oktober 2018 wird die Ärztekammer der FMH über die Aufnahme der Richtlinien in die Standesordnung zu befinden haben. Eine Annahme würde bedeuten, dass diese Richtlinien auf die Stufe des Standesrechtes erhoben und damit für alle Mitglieder der FMH verbindlich würde. Dies gilt es in einem ersten Schritt zu verhindern. Im übrigen steht dringend eine öffentliche Diskussion darüber an, wie wir eigentlich unser Zusammenleben gestalten und einander auch in schwierigen Lebenssituationen ermutigen und beistehen wollen.

Ablauf und Inhalt sowie die wichtigesten Argumentationen können Sie nachfolgendem Text entnehmen:

Argumente gegen SAMW-RL Umgang mit Sterben und Tod 8.2018

ARGUMENTS ASSM_frz (3)

 

 


Veranstaltung: „Die Kunst einer guten Anamnese“, Samstag, den 27. Oktober 2018, Hof Wil/SG

Veranstaltungsreihe „Ärztliche Kunst im Zeitalter der Ökonomisierung“

Erstes Seminar:  „Die Kunst einer guten Anamnese“, Samstag, den 27. Oktober 2018, 8.30 bis 13.00 Uhr

Die Kunst einer guten Anamnese_HGS_27.10.2018


MEDIZIN AUF ABWEGEN – Vernehmlassungsantwort zum Richtlinienentwurf der SAMW «Umgang mit Sterben und Tod»

Kommentar
Zu Allgemeine Bemerkungen

MEDIZIN AUF ABWEGEN

Der Richtlinienentwurf «Umgang mit Sterben und Tod» will die Beihilfe zum Suizid als mögliche ärztliche Tätigkeit standesrechtlich legitimieren. Neu soll ausserdem das Kriterium der Todesnähe wegfallen. Konkret hiesse dies, dass bei vorhandener Urteilsfähigkeit Beihilfe zum Suizid geleistet werden «dürfte». Diese grundlegende Änderung widerspricht der ärztlichen Ethik.[1] Ein suizidaler Mensch befindet sich in einer Notsituation. Die Gründe für Suizidalität sind vielfältig: es kann die Sorge sein, wegen eigener Behinderungen anderen Menschen ausgeliefert zu sein und zur Last zu fallen, Angst, die Kontrolle über das eigene Leben zu verlieren oder das Leiden an Schmerzen und Einsamkeit. Viele Menschen können sich heute nicht mehr vorstellen, auf andere Menschen angewiesen zu sein, oder sind unsicher, ob andere ihnen in einer schwierigen Lebenslage helfen und für sie sorgen würden. Hier braucht es menschlichen und fachlichen Beistand, der den Lebensmut wieder stärkt, und keine Beihilfe zum Suizid. Beihilfe zum Suizid ist keine ärztliche Tätigkeit. Der Arzt, der die Selbsttötung eines Patienten ermöglicht, hat für sich entschieden, dass das Leben, das er vor sich hat, nicht mehr lebenswert ist. In diesem Sinne ist er aktiv am Geschehen beteiligt und übernimmt damit die Letztverantwortung für den Tod des Patienten.

Der Richtlinienentwurf verlässt den Boden der unveräusserlichen natürlichen Menschenrechte, die den Schutz eines jeden Lebens gewährleisten und widerspricht damit fundamental nationalem und internationalem Recht. Der Schutz des Lebens ist oberstes Ziel jedes Rechtsstaates.

«Auch der Bundesrat hielt 2011 fest[2], dass die Aufgabe des Staates in erster Linie der Schutz des Lebens vor Angriffen Dritter sei. Dies ergebe sich aus Art. 2 EMRK («Das Recht jedes Menschen auf Leben wird gesetzlich geschützt. Niemand darf absichtlich getötet werden, […])», aus Art. 6 des UNO-Pakts II («Jeder Mensch hat ein angeborenes Recht auf Leben. Dieses Recht ist gesetzlich zu schützen. […]».) und aus Art. 10 der Bundesverfassung («Jeder Mensch hat das Recht auf Leben. […] Jeder Mensch hat das Recht auf persönliche Freiheit, insbesondere auf körperliche und geistige Unversehrtheit und auf Bewegungsfreiheit. […]»).  Das Recht auf Leben beinhalte auch die positive Verpflichtung des Staates, rechtliche und administrative Massnahmen zu treffen, um Eingriffe in das Recht auf Leben zu verhindern, abzuwenden und zu bestrafen.»[3]

Auch mit der Verwendung des Begriffs des «unerträglichen Leidens» geht die SAMW einen Schritt weiter auf der schiefen Ebene und folgt einer internationalen Agenda. Der neu aufgenommene Begriff «unerträgliches Leiden» ist unscharf und umstritten und wurde eigens zur Begründung der Euthanasie geschaffen.[4] Die Konzeption von «unerträglichem Leiden» negiert die Veränderbarkeit von Leiden, ist nicht objektivierbar und führt zu einem Einstellen aller menschlichen Bemühungen und therapeutischen Intervention. Dadurch wird der Leidende in seiner Not im Stich gelassen und der Druck sich zu suizidieren erhöht sich. Die Konzeption des «unerträglichen Leidens» kann auch dazu führen, dass sich ein Patient gar nicht in die Beziehung einlässt und Druck auf die Behandler ausübt. Die „Einengung“ des Denkens ist ja gerade ein Merkmal der Suizidalität, das mit dem Konzept des unerträglichen Leidens noch zementiert wird. Der Begriff ist Bestandteil des niederländischen Euthanasie-Gesetzes, das die Tötung auf Verlangen (aktive Euthanasie) und die Beihilfe zum Suizid ermöglicht.[5]  In den Niederlanden und in Belgien sehen wir die bereits vollzogenen weiteren Schritte auf der schiefen Ebene: Euthanasie bei Kindern und Jugendlichen, psychisch Kranken, «Lebensmüden», aktive Euthanasie mit oder ohne Verlangen, Organentnahme nach assistiertem Suizid. Der vorliegende Richtlinienentwurf öffnet die Barriere, die bisher Entwicklungen in dieser Richtung in der Schweiz aufgehalten hat. – Dies gibt besonders zu denken in einer Zeit, in der verdeckt und offen rationiert wird und das Gespräch mit dem Patienten per Tarmed abgewertet wird. Es darf nicht soweit kommen, dass die ökonomisch „lukrativere“ Lösung assistierter Suizid eine Alternative zur menschlich und ökonomisch aufwendigeren Lösung der Hilfeleistung wird. Was ärztliche Aufgabe zu sein vorgibt, bekommt früher oder später einen Tarmed-Tarif oder eine DRG – und wird ökonomisch verglichen werden mit teureren echten ärztlichen Leistungen wie der palliativen oder psychiatrischen Behandlung.

Die SAMW dient mit dem vorliegenden Entwurf – eventuell ohne dies zu wollen – den Sterbehilfeorganisationen zu, wie auch die Stellungnahme von Exit zum aktuellen Entwurf zeigt.[6] Die SAMW-Studie «Haltung der Ärzteschaft zur Suizidhilfe», 2014[7],[8], die der richtlinienausarbeitenden Kommission der SAMW als Grundlagenstudie diente, ist, wie die SAMW und die Studienleiter selber betonen, nicht repräsentativ[9]. Auch sind die mit der Studie beauftragten Firmen «Brauer & Strub» und «Büro Vatter AG» nicht unabhängig: Der Gründer von Brauer & Strub, Jean-Daniel Strub, ist Mitglied der Ethikkommission von Exit, und seine Geschäftspartnerin und Mitbegründerin der Firma, Susanne Brauer, ist Mitglied der Zentralen Ethikkommission (ZEK) der SAMW. Auch die Mitglieder der die bestehenden Richtlinien überarbeitenden Subkommission sind nicht unabhängig: Zwei der Experten gehören der Ethikkommission von Exit an.[10] Der holländische Experte vertrat mit hoher Wahrscheinlichkeit die holländische Gesetzgebung, die bei «unbearable suffering» («unerträgliches Leiden») aktive Tötung und den assistierten Suizid straflos zulässt.[11] Es kann vermutet werden, dass die für den Richtlinienentwurf verwendete SAMW-Studie «Haltung der Ärzteschaft zur Suizidhilfe» wegbereitend ist, um mittels Opportunitätsprinzip Standesrecht und ev. auch Recht zu schaffen, um vom Grundrecht auf Leben abzuweichen. Wohin der Weg führt, zeigt die kürzliche Entscheidung des obersten Gerichtshofs von Ontario, dass Ärzte nicht mehr aus Gewissensgründen die Zuweisung zu assistiertem Suizid verweigern dürften.[12] Dass der Richtlinienentwurf Wegbereiter für eine weitere Lockerung des Tötungsverbotes ist, zeigt auch eine kürzlich in der SAEZ publizierte Stellungnahme mit implizitem Ruf nach aktiver Euthanasie.[13]

Im Richtlinienentwurf werden Formulierungen wie «raschere Herbeiführung des Todes beabsichtigt» (Präambel, Abs. 7), «möglichst rasches Eintreten des Todes beabsichtigt» (2.5, Abs. 1), «beabsichtigte Herbeiführung des Todes » (2.1.4.) im Kontext von «Behandlungsziel» oder «medizinischer Handlung» verwendet. Diese Formulierungen können wegbereitend oder bejahend im Zusammenhang mit der auch in der Schweiz vorhandenen Forderung nach Legitimierung von aktiver Euthanasie gelesen werden (s. auch Kommentar zu Präambel, Abs. 7 und zu 2.5., Abs. 1).

Die Hippokratische Gesellschaft Schweiz stellt darum den Richtlinienentwurf als Ganzes grundsätzlich in Frage. Einzelne gut ausgearbeitete, sorgfältig formulierte Teile können wir unterstützen. Sie werden jedoch durch den oben erläuterten Kontext entwertet. Die detaillierte Kritik legen wir im Anschluss dar.
Wir empfehlen, sich auf den Geist der Richtlinien zur Sterbehilfe von 1976 zurückzubesinnen: «Zu den Pflichten des Arztes, welche Heilen, Helfen und Lindern von Leiden als hohes Ziel umfassen, gehört auch, dem Sterbenden bis zu seinem Tode zu helfen. Diese Hilfe besteht in Behandlung, Beistand und Pflege.»[14] Auf dieser Grundlage könnten neu aufgetretene ethische Fragestellungen kurz und verständlich erörtert werden. Der Geltungsbereich sollte wieder enger gefasst werden. Die Behandlung chronischer Krankheiten und die ärztliche Gesprächsführung sind wichtige Aufgaben des Arztes, gehören aber in die medizinische Lehre und nicht in die SAMW-Richtlinien.

Für die detaillierte Kritik lesen Sie bitte untenstehende Vernehmlassungsantwort. Beilage 1 enthält wichtige Passagen aus den früheren SAMW Richtlinien und einen kurzen historischen Abriss der Richtlinienentwicklung. Beilage 2 beinhaltet einen Exkurs zur Selbstbestimmung.

HGS Vernehmlassungsantwort «Sterben und Tod»

Beilage 1 zu Vernehmlassungsantwort RL «Sterben und Tod»

Beilage 2 zu Vernehmlassungsantwort RL «Sterben und Tod»


Bundesrat unterschlägt Halbierung der Wartefrist vor Organentnahme

Bundesrat unterschlägt Halbierung der Wartefrist vor Organentnahme

 (Zug, 6. Nov. 2017) Laut Medienmitteilung hat der Bundesrat am 18. Okt. beschlossen, das revidierte Transplantationsgesetz (TxG) per 15. Nov. 2017 in Kraft zu setzen. Die Transplantationsverordnung verweist zur Feststellung des Todes auf die ebenfalls revidierten SAMW-Richtlinien «Feststellung des Todes im Hinblick auf Organtransplantationen und Vorbereitung der Organentnahme». Diese revidierten Richtlinien treten als Anhang gleichzeitig mit der Revision des TxG in Kraft.

Mit keinem Wort wird in der Medienmitteilung des Bundesrates erwähnt, dass die SAMW-Richtlinien eine einschneidende Veränderung bezüglich der Organentnahme nach Herz-Kreislaufstillstand enthalten. Bisher galt nach dem Herz-Kreislaufstillstand bis zur Hirntoddiagnostik eine Wartezeit von 10 min. Diese wurde auf 5 min. verkürzt. Die Regelung gilt sogar für Säuglinge ab dem 28. Lebenstag. Als die SAMW die Richtlinie in die Vernehmlassung brachte, betrug die Frist noch 10 min. Die einschneidende Halbierung auf 5 min. hätte eine weitere Vernehmlassung nach sich ziehen müssen. Etliche Vernehmlassungsteilnehmer hätten in Kenntnis dieser Änderung protestiert.

Warum spielt die Reduktion von 10 auf 5 min. eine Rolle? Wie die SAMW-Richtlinien in ihrer Präambel festhalten, legt das Transplantationsgesetz als Kriterium für den Tod eines Menschen den irreversiblen Ausfall sämtlicher Funktionen seines Hirns einschliesslich des Hirnstamms fest.

Der irreversible Funktionsausfall des Grosshirns nach Herz-Kreislaufstillstand tritt nach etwa 5 min. ein. Die Überlebensdauer des Hirnstammes wird mit bis zu 10 min. oder etwas länger nach Herz-Kreislaufstillstand beobachtet. Das hat mit der unterschiedlichen Empfindlichkeit der Hirnstrukturen zu tun. Die bisher festgelegte 10 minütige Wartezeit hat diesem Umstand Rechnung getragen.

Deshalb ist der irreversible Ausfall des Gehirns einschliesslich des Hirnstamms mit der Reduktion auf 5 min. nicht mehr gewährleistet. Der Eindruck drängt sich auf, dass die Wartezeit, die den Organspender schützen sollte, zugunsten möglichst frischer Spenderorgane verkürzt wird.

Die Deutsche Bundesärztekammer lehnt generell eine Organentnahme nach Herz-Kreislaufstillstand mit der Begründung ab, die Todesfeststellung sei unsicher. Dies belege jede auch nur vorübergehend erfolgreiche Reanimation. Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie und die Deutsche Gesellschaft für Neurologie teilen diesen Standpunkt. Auch namhafte Neurologen kritisieren aufgrund der Unsicherheitsfaktoren das Konzept der Organspende nach Tod durch Herz-Kreislaufstillstand.[1]

Die Unterzeichnenden protestieren gegen diese Änderung und verlangen, dass der Bundesrat die Inkraftsetzung des TxP aufschiebt, bis die SAMW den umstrittenen Punkt geändert hat. Der Bund gibt für die Kampagne „Rede über Organspende“ pro Jahr 1,65 Millionen Franken aus. Dass der Bundesrat zugleich entscheidende Lockerungen in den Richtlinien über die Todesfeststellung verschweigt, ist nicht akzeptabel.

Nur einen Tag nach dem Entscheid des Bundesrates wurde eine Volksinitiative gestartet, welche die bisherige Regelung, d.h. die sog. Zustimmungslösung, durch die sog. Widerspruchslösung ersetzen soll. Im Klartext: Wer sich neu für den Fall seines Todes nicht ausdrücklich gegen die Weiterverwendung seiner Organe ausgesprochen hat, gilt automatisch als Organspender. Damit soll der akute Mangel an Spenderorganen bekämpft werden. Mit der verheimlichten Halbierung der Wartefrist wird das Vertrauen der Bevölkerung in die gesetzlichen Regelungen zur Organspende erschüttert. Dies gilt umso mehr, als den wenigsten bewusst ist, dass Organspenden nicht nur nach dem klassischen Hirntod, sondern auch nach Herz-Kreislaufstillstand vorgenommen werden. Eine intensive Diskussion in der Öffentlichkeit ist deshalb ein absolutes Muss, bevor die geplante Revision des TxG in Kraft gesetzt werden kann.

 

 

 

Unterzeichnende:

 

  • Hippokratische Gesellschaft Schweiz
  • Human Life International Schweiz
  • Schweizerische Gesellschaft für Bioethik
  • Vereinigung Katholischer Ärzte der Schweiz

 

 

KONTAKT:

 

Human Life International (HLI) Schweiz, Postfach 1307, 6301 Zug

041 710 28 48, office@human-life.ch, Webseite: www.human-life.ch

[1] vgl. Heide W., «Non-heart-beating donors» sind nicht geeignet. Nervenarzt 87 (2016) 161-168. nervenarzt-87-2016-161-168

vgl. Meeker JW, Kelkar AH, Loc BL, Lynch TJ., A Case Report of Delayed Return of Spontaneous Circulation: Lazarus Phenomenon. Am J Med 129 (2016) e343-e344.

vgl. Cummings BM, Noviski N., Autoresuscitation in a child: The young Lazarus. Resuscitation 82 (2011) 134.

 

 

 

 

 


Hilfe beim Sterben, Hilfe zum Sterben oder Hilfe zum Leben?

Artikel in der Schweizerischen Ärztezeitung 2017;17(35):738-742

Grundlegender Artikel zur Rechtslage und ethischen Einordnung der verschiedenen Begriffe in der Debatte um die Sterbehilfe von Dr. med. Karen Nestor, Mitglied der Nationalen Ethikkommission (NEK), Dr. med.K. Ebneter, Dr. med. Ciril Hvalic, Prof. Dr. med. Michael Brändle, Dr. med. Daniel Büche

uebersichtsartikel-sterbehilfe-karen-nestor-smf-nr-35-2017


Neue künstlerische Gestaltung des Hippokratischen Eides

Dem Zürcher Konzeptkünstler Theo Dannecker* verdanken wir ein gelungenes Werk, das den Hippokratischen Eid in zwei Bildern visualisiert. An der Mitgliederversammlung der Hippokratischen Gesellschaft Schweiz im April 2017 stellte er seine Arbeit vor. Sie soll in Arztpraxen und Spitälern einen Platz finden und mithelfen, die zentralen Werte der ärztlichen Ethik – unabdingbar für eine menschliche Medizin – zu bewahren.

Theo Dannecker (*1938) lebt und arbeitet als Bildender Künstler in Zürich und führt seit 1972 in seinem Atelier die «Schule für Zeichnen und Gestalten». Er studierte Malerei an der Kunstgewerbeschule Zürich und Bildhauerei an der Königlichen Akademie in Kopenhagen. Längere Aufenthalte in Irland und Kanada folgten (….) 1974 fand seine erste grössere Einzelausstellung in der städtischen Kunstkammer zum Strauhof,  Zürich statt. Zahlreiche Gruppen- und Einzelausstellungen folgten. (aus: «Kunst, Pädagogik, Verantwortung», Jochen Krautz (Hg), ATHENA)

Die Drucke im Format 40 x 50 cm können zum Preis von CHF 250.-+ Porto bestellt werden bei: Hippokratische Gesellschaft Schweiz, Wingertweg 3, 7215 Fanas oder unter hgs.ch@gmx. Der Erlös der Bilder wird jeweils zur Förderung von wertvollen Projekten im Gesundheitswesen oder im humanitären Bereich verwendet. Der Ertrag der ersten 50 Bilder geht an die Stiftung Kinderspital Kantha Bopha von Dr. med. Beat Richner.

siehe auch unter Literatur

 


Rechtsstaatlich bedenkliche Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Deutschland

Scharfe Kritik aus Kirche, Politik und Ärzteschaft an dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts Leipzig vom 2. März 2017

Das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts Leipzig vom 2.3.2017, nachdem Patienten in „extremen Ausnahmesituationen“ ein Recht auf Betäubungsmittel zur Selbsttötung haben, wird von der Deutschen Bischofskonferenz, der Bundesärztekammer, von Bundesgesundheitsminister Gröhe, von der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, den Ärzten für das Leben, den Christdemokraten für das Leben, der Deutschen Stiftung Patientenschutz, dem Medizinethiker Prof. Axel W. Bauer und anderen scharf kritisiert. Ein Anspruch auf Beihilfe zur Selbsttötung seitens des Staates existiert nicht! Das Urteil stellt einen schwerwiegenden Wertebruch in er deutschen Nachkriegsgeschichte dar und gehört revidiert.

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Verfassungsklage gegen §271 in Deutschland

Das Arbeitsbündnis „Kein assistierter Suizid in Deutschland!“ hat im Dezember 2016 eine Verfassungsbeschwerde gegen den neuen § 217 StGB initiiert

Die Beschwerdeführer wenden sich gegen den neuen § 217 StGB, das sogenannte „Gesetz zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung“ vom 9. Dezember 2015, das in Absatz 2 Angehörige und Nahestehende ausdrücklich straffrei stellt, wenn sie Beihilfe zum Suizid leisten oder selbst Teilnehmer einer geschäftsmäßigen Suizidbeihilfe sind. Aufgrund dieser Straffreistellung sei zu erwarten, dass sowohl die gesellschaftliche Akzeptanz des Suizids als auch der Suizidbeihilfe und damit die Zahl der Suizidtoten ansteigen werden.

Weiteres siehe untenstehende Pressemitteilung

pressemitteilung-vb-17-12-16


Vorstellung unserer Gesellschaft in der SAEZ Nr.40, 2016

In der SAEZ NR. 40, 2016 wird die Hippokratische Gesellschaft mit ihrem Positionspapier vorgestellt. Orginalartikel siehe unten:

vorstellung-hgs-saez-nr-40-2016


PRESSEMITTEILUNG: Die Hippokratische Gesellschaft Schweiz verurteilt die verabscheuungswürdige Tötung eines 17jährigen Jugendlichen in Belgien

PRESSEMITTEILUNG

Die Hippokratische Gesellschaft Schweiz verurteilt die verabscheuungswürdige Tötung eines 17jährigen Jugendlichen in Belgien
Es handelt sich um einen gravierenden Angriff auf die Menschenrechte, die christlich-europäischen Grundwerte und den Schutz des Lebens im Rechtsstaat

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Die Bedeutung des hippokratischen Eides für die heutige Zeit

Die Notwendigkeit eines neuen, verpflichtenden Eides wurde postuliert und andiskutiert. Begründet wird dies mit aktuellen Problemen wie der Ökonomisierung in der Medizin. Gleichzeitig versucht man, die Bedeutung des Hippokratischen Eides zu relativieren und ihn als unzeitgemäss abzutun. Die Hippokratische Gesellschaft Schweiz legt die unveränderte Aktualität des Hippokratischen Eides dar.

Zur Bedeutung des Hippokratischen Eides in der heutigen Zeit SAEZ Nr. 23 2016


Manifest für eine freie, verantwortungsvolle und menschliche Medizin

Das «Manifest für eine freie, verantwortungsvolle und menschliche Medizin» entstand unter Mitwirkung der Teilnehmer unserer Mitgliederversammlungen, weitere Gedanken verschiedenster Kollegen weit über unseren Verein hinaus wurden einbezogen.
Es soll die dringend notwendige Grundsatzdiskussion über die Entwicklungen in unserem Gesundheitswesen anstossen. Es geht darum, dass die ganze Bevölkerung darüber informiert wird, dass grundlegende Pfeiler unseres Gesundheitswesens in atemberaubendem Tempo zerstört werden. Ähnlich wie bei der Lehrplandiskussion (Lehrplan 21) soll der Arztberuf in seiner bisherigen Forma abgeschafft und wesentliche Aufgaben des Arztes durch dafür weniger qualifizierte Paramediziner übernommen werden (Apotheker, Gesundheitscoaches, Advanced Nurses, usw.). Die Qualität der Versorgung nimmt durch diese bereits laufenden Reformen dramatisch ab und der neu sogenannt «gesundheitskompetente» Patient wird auf sich selber zurückgeworfen.
Im Manifest werden diese Abläufe angesprochen, die wichtigsten Grundpositionen für eine freie, menschliche und verantwortungsvolle Medizin nochmals formuliert und festgehalten und Massnahmen vorgeschlagen. Das Dokument soll als Grundlage dienen, mit möglichst vielen Kolleginnen und Kollegen, aber auch mit Patienten und Mitbürgern diese Vorgänge zu diskutieren. Sie alle sind eingeladen, dieses Manifest zu unterzeichnen und im persönlichen Gespräch weiterzugeben. Kommentare und Vorschläge sind herzlich willkommen; wir freuen uns über jeden, der dieses Anliegen aktiv unterstützt. Kontaktperson ist unser Vorstandsmitglied, Frau Dr. med. G. Wirth Barben.

manifest-medizin.ch